In German
Die zukünftige Evolution der Menschheit im Kosmos
Ulrich Walter, Lehrstuhl für Raumfahrttechnik der TU München, Boltzmannstr.
15, 85748 Garching
Es mag verwundern, aber vor etwa 10 Jahren gelang es einem amerikanischen
Wissenschaftler namens John Richard Gott III, das Ende der Menschheit
zu berechnen: In spätestens 7,8 Millionen Jahren wird es mit uns, dem modernen Menschen,
vorbei sein. Interessant dabei ist, dass er keinerlei Annahmen über irgendwelche
zukünftige Gefahren für die Menschheit machte, sondern dies, sozusagen
aus sich heraus, berechnen konnte. Natürlich entstand ein ziemlich großer
Aufruhr unter den Wissenschaftlern, weil keiner glauben wollte, dass man sozusagen
aus dem Nichts unsere Zukunft vorhersagen könnte. Wie sich jedoch herausstellte,
hat J. R. Gott wahrscheinlich Recht. Ich werde in diesem Artikel beschreiben,
wie J. R. Gott das Ende der Menschheit berechnen kann (die entsprechende Formel
nenne ich aus offensichtlichen Gründen Gottesformel) und werde begründen,
warum er trotz aller Gegenargumente Recht behält. Vereinfacht gesagt
hat er deswegen Recht, weil er nur triviale Annahmen macht - es gibt bei ihm
keine angreifbaren Annahmen. So richtig interessant wird die Gottesformel
aber erst deshalb, weil man mit ihr im Prinzip die maximale Existenzzeit aller
Dinge in unserer Welt berechnen kann, nicht nur von uns Menschen, und das
ohne irgendwelche besonderen Annahmen machen zu müssen. Natürlich
schürt eine Aussage über unser Ende unsere Neugier und Widerstand
am meisten, weswegen man die Gottesformel meist auf uns angewendet findet
...
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